Unter Aromapflege versteht man die Anwendung ätherischer Öle in Pflegeaufgaben wie in der Haus- und Klinikkrankenpflege, Altenpflege, Kinderkrankenpflege, Mutter- und Säuglingspflege rund um die Geburtshilfe, pflegerische Begleitung in der Notfallmedizin als auch in der Pflegebegleitung Sterbender.
Theresa von Avila
Die Verwendung von Pflanzen und Pflanzenauszügen zu medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Zwecken ist eine uralte Heilmethode, welche langsam wieder in unser Bewusstsein rückt.
Ziel der Aromapflege ist die Erhaltung der Gesundheit und Linderung von Beschwerden mittels ätherischer Öle. Sie ist immer als eine begleitende Maßnahme zu verstehen und ersetzt keine medizinische Behandlung.
Die Wirkung ätherischer Öle erfolgt einerseits über die Haut und Schleimhaut, andererseits über den Geruchssinn.
In der Aromapflege sollten ausschließlich Substanzen verwendet werden, die höchsten Ansprüchen in Reinheit und Qualität genügen.
Die Aromapflege gründet auf der ganzheitlichen Sicht des Menschen. Der Mensch ist eine Einheit von Körper, Geist und Seele und jeder dieser Bereiche ist eng mit dem Anderen verbunden. Das bedeutet also, dass Körper, Geist und Seele gleichermaßen behandelt werden müssen, um wirkliche Heilung zu erreichen.
Die ätherischen Öle helfen das innere Ungleichgewicht, wie es sich bei einer Krankheit äußert, wieder ins Lot zu bringen. Sie wirken also nicht nur symptomatisch, sondern wirken auch ausgleichend und harmonisierend auf den ganzen Menschen.
Dem Pflegeprozeß liegt ein Konzept zugrunde, das von der Ganzheit und Individualität des kranken Menschen in seiner besonderen Situation ausgeht. Wie bei anderen ergänzenden Pflegemethoden regt auch die Pflege mit ätherischen Ölen in erster Linie die Selbstheilungskräfte der Patienten an.
Aromapflege bedeutet Sinnfindung auf einer pflegenden Ebene.
Mit einem angenehmen Duft und einer Anwendung, die das Wohlbefinden fördert, werden die Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens und das Gefühl, Schwierigkeiten meistern zu können, gestärkt.
Gute Pflegeerlebnisse und Pflegeerfahrungen mit geliebten Düften wirken positiv auf die Motivation, die Stimmung und auf das Seelenleben. Sie regen die Kreativität an und erzeugen oft ein Gefühl von Wohlbehagen.
Hierbei beschränkt sich die Wirkung der ätherischen Öle nicht nur auf die Pflegeempfänger, sondern zeigt auch bei den pflegenden Personen einen positiven Effekt, ebenso wie bei den Besuchern.
Unser Leben wird auf vielfältige Weise von Gerüchen bestimmt. Jeder Mensch riecht etwas und riecht nach etwas. Der kranke Mensch riecht oft unangenehm, was die Kommunikation und Behandlung erschwert. Für seine Genesung braucht er jedoch die Berührung. Dadurch sind ätherische Öle in der Pflege unersetzlich.
Für Einreibungen und Massagen liefert uns die Natur eine Vielzahl von fetten Ölen. Diese dienen nicht nur als Trägermaterial für die ätherischen (fettlöslich) Öle, sondern sind äußerst wertvolle Heil- und Hautpflegemittel.
Die am häufigsten verwendeten fetten Öle in unserem Haus sind:
Mandelöl, Sesamöl, Johanniskrautöl, Weizenkeimöl und Nachtkerzenöl.
Heilige Zeremonien sollten schon im Altertum die Gesunden stärken, die Kranken heilen und die Toten schützen.
Aromatische Pflanzen und Öle wurden seit Jahrtausenden als Räucherwerk,
Kosmetika und zu medizinischen und kulinarischen Zwecken verwendet.
Am berühmtesten sind wohl auf diesem Gebiet die alten ägyptischen
Kulturen, nicht zuletzt auf Grund ihrer Einbalsamierungstechniken mit
Hilfe von Ölen.
Auch die Chinesen pflegten schon 2000 v. Chr. ergänzend zur Akupunktur eine alte Kräutertradition.
Zur Zeit der Antike erlebte der Gebrauch aromatischer Stoffe bei
Griechen und Römern einen enormen Aufschwung. Neben beinahe
verschwendungssüchtiger Anwendung in Form von Parfüms, duftenden
Körperölen, Salben und diversen Kosmetika wurden ätherische Öle bereits
sehr gezielt in der Medizin eingesetzt.
Der berühmte arabische Arzt Ibn Sina, besser bekannt unter dem Namen
Avicenna (980-1037), lehrte die Kunst des Heilens mit ätherischen Ölen.
Dieses Wissen gelang durch die Kreuzzüge nach Europa.
In Deutschland blieb der Umgang mit Heil-, Gewürz- und Duftpflanzen lange Zeit nur der Kirche vorbehalten.
Im 18. Jahrhundert begann, vorwiegend in Italien und Frankreich, das
„Parfum-Zeitalter“. Man brauchte schöne Düfte mit denen man sich
umgeben konnte, denn Baden und Waschen galt damals als äußerst ungesund.
Zum Ende des Jahrhunderts begannen Chemiker die Inhaltsstoffe von
ätherischen Ölen näher zu erforschen und konnten die ersten
synthetischen Duftstoffe herstellen. Mittlerweile sind wir fast überall
von synthetischen Duftstoffen umgeben. Angefangen bei Autos, die mit
„Neuwagenspray“ eingesprüht werden, bis hin zur Zahnpasta die nach
Pfefferminze riecht.
Anfang des 20.Jahrhunderts wurde der Begriff der Aromatherapie durch den französischen Chemiker und Parfümeur Rene-Maurice Gattefosse geprägt. Er erkannte im „Selbstversuch“ die Heilwirkung des Lavendelöls, indem er nach einer schweren Verbrennung seiner Hand diese mit purem Lavendelöl behandelte.
Inspiriert durch Gattefosse`s Veröffentlichungen entwickelte der
französische Militärarzt Dr. Jean Valnet die Aromatherapie weiter,
indem er Verwundete des 2. Weltkrieges erfolgreich mit ätherischen Ölen
behandelte. Nach Kriegsende behandelte er Patienten seiner Praxis
vorwiegend mit Hilfe der Aromatherapie und erlangte durch seine Erfolge
weltweite Anerkennung.
Auf Grund ihrer fettlöslichen Eigenschaften werden ätherische Öle über Haut und Schleimhaut durch Massagen und Einreibungen vom Körper aufgenommen und über den Blutkreislauf zu den einzelnen Organen transportiert. Hier wirken sie also in vielfältiger Weise auf körperlicher Ebene. Einige ätherische Öle wirken antibakteriell, antiviral oder antimykotisch, schleimlösend, schmerzlindernd, durchblutungsfördernd etc. Die Art ihrer Wirkung ist immer abhängig von der chemischen Zusammensetzung des einzelnen ätherischen Öls.
Durch das Einatmen gelangen die Duftmoleküle an die Riechschleimhäute der Nase. Mittels eines komplizierten Vorganges in den Riechzellen gelangen die Informationen in das limbische System und den Hypothalamus. Hier werden unser unwillkürliches Nervensystem und all unsere seelischen Regungen gesteuert. So können die ätherischen Öle uns wach und aktiv machen oder Ruhe, Entspannung und Ausgeglichenheit ebenso fördern, wie unsere Lebensfreude und unser (Selbst-) Vertrauen.
Die Aromapflege stellt ebenso wie die Aromatherapie hohe Anforderungen an die Reinheit der verwendeten Produkte.
Das Angebot ist mittlerweile genauso groß, wie die Preisunterschiede, die in der Regel auf die Qualität schließen lassen.
Hier einige Tipps für den richtigen Einkauf ätherischer Öle. Sie sollten in Braunglasfläschchen verkauft werden und folgendermaßen deklariert sein:
Britta Tuchlinski
Krankenschwester in der Abtlg. für Anästhesie und Intensivmedizin (Station 18), Aromaexpertin
Telefon: 02921/901914
Fax: 02921/901375
E-Mail: Aromapflege
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