An zwei Bucky-Tischen mit Rasterwand-Stativ wird am KlinikumStadtSoest konventionell geröntgt und mit einem Speicherfolien-System der Firma Fuji (2006) digital ausgelesen.
Das konventionelle Röntgen ist für die umfangreiche Knochen- und Gelenk-Diagnostik überwiegend der überdurchschnittlich großen Chirurgischen Ambulanz im Hause ausschlaggebend und dient außerdem auch der Anfertigung von sämtlichen Röntgen-Übersichtsaufnahmen des Thorax und des Abdomens für alle Abteilungen im Hause.
Infusionsurogramme werden seit Einführung der modernen Schnittbilddiagnostik, insbesondere des 16-Zeilen CT, nur noch vereinzelt angefordert, konventionelle Tomographien und -Gallenwegsdarstellungen, die früher nicht selten erforderlich waren, sind durch die viel aussgekräftigeren und schonenderen Alternativen im CT und MRT inzwischen schon fast in Vergessenheit geraten.
Am KlinikumStadtSoest wurde 2004 ein neues Mammographiegerät in Betrieb genommen, das über eine digital stereotaktische Einheit verfügt (MAMMOMAT 3000 NOVA, SIEMENS).
Mit dieser speziellen Einheit werden überwiegend Drahtmarkierungen zur Lokalisation suspekter Brustbefunde und Vacuum-Stanzbiopsien zur Gewinnung von Gewebsproben durchgeführt. Außerdem wird mit dem Gerät die Mammadiagnostik stationärer Patienten und ambulanter Privatpatienten aus der Brustsprechstunde des Chefarztes der Gynäkologie und auf Zuweisung Niedergelassener Gynäkolog(inn)en angefertigt. Alle Patientinnen werden zugleich mit der Mammographie auch klinisch und sonographisch untersucht. Bei bestimmten Indikationen wird auch die Kernspin-Mammographie als ergänzendes Verfahren eingesetzt.
Besonderer Wert wird bei der Mammographie vor der Menopause auf eine Zyklus-optimierte Darstellung in der Zeit zwischen dem 1. und 7. Tag nach Beginn der Menstruationsblutung gelegt. Die mammographierenden MTRA’s nehmen reglemäßig an internen und externen Fortbildungen teil, die Befundung der Mammographien erfolgt immer als Doppelbefundung durch zwei Fachärzte.
Im Bereiche der Durchleuchtung werden an einem multifunktionalen Arbeitsplatz mit C-Bogen Speiseröhrendarstellungen, Magen-Darm-Passagen, Dünndarm-Sellink-Untersuchungen, Kontrasteinläufe zur Darstellung des Dickdarmes, Phlebographien der Arm- und Beingefäße, sofern nicht die Duplex-Sonographie ausreichenden Aufschluß gibt, präoperative Varizen-Phlebographien, Fisteldarstellungen, Miktions-Cysto-Urographien (MCU) und seitens der Gastroenterologen im Hause, Chefarzt Dr. Menges, Gallenwegsdarstellungen (ERCP’s) und -Interventionen angefertigt. Bei notwendigen Untersuchungen von Kindern und Kleinkindern (z.B. Lösung von Darm-Invaginationen, MCU, Ausschluß Ösophagus-Erkrankung) wird die Strahlenhygiene sehr intensiv gewürdigt und zur Strahlenreduktion eine besondere Filterung eingesetzt und zusätzlich die Bilddokumentation vom DL-Bild gespeichert, ohne daß separate Aufnahmen angefertigt werden müssen. Arterielle Gefäßdarstellungen und Interventionen werden seit Etablierung des Links-Herz-Katheter-Meßplatzes (LHKM) durch die Herren Gefäßchirurgen Dres. Steffen und Grabosch an der Herzkatheter-Anlage in der Abteilung von Herrn Prof. Meißner durchgeführt.
Die Computertomographie wurde am KlinikumStadtSoest 2007 einschließlich der Räumlichkeiten runderneuert und damit der erste 16-Zeilen Tomograph in der Region installiert. Das Gerät der Firma General Electric (Bright Speed) wurde mit der neuesten verfügbaren Software maximal ausgestattet und verfügt über eine außerordentlich leistungsstarke Advanced Workstation (AW 4.4), die eine Berechnung der in wenigen Sekunden acquirierten Submillimeter-Datensätze in allen heute verfügbaren Modalitäten der zwei- und dreidimensionalen Darstellung erlaubt.
In der Computertomographie sind wir bestrebt, mit möglichst geringer Dosis maximalen diagnostischen Gewinn zu erzielen. Deshalb sind Protokolle eigens für die Untersuchung von Kindern nach Altersklassen abgestuft eingerichtet worden, die dem höheren Strahlenrisiko des Kindes Rechnung tragen, und die Indikation zum CT wird bei Kindern und jüngeren Erwachsenen besonders streng gehandhabt im Hinblick auf mögliche diagnostische Alternativen, die auf ionisierende Strahlung verzichten können (Sonographie, Kernspintomographie). In der Traumatologie sind jedoch manche Fragestellungen insbesondere beim Schwerverletzten nur in der Computertomographie mit ausreichender Präzision und Geschwindigkeit zu beantworten.
Besonders beeindruckend sind die Möglichkeiten der Gefäßrekonstruktion, die bei Patienten mit reglmäßiger und nicht zu hoher Herzfrequenz (möglichst unter 65/min) sogar die Darstellung der Herzkrangefäße ohne den dafür sonst notwendigen „Herzkatheter“ erlaubt. Diese nicht-invasive Methode ist eine Ergänzung zum Links-Herz-Katheter-Meßplatz („LHKM“) von Herrn Prof. Meißner im Hause und wird bei ausgewählten Patienten besonders zur Einschätzung einer Koronaren Herzkrankheit und zur Kontrolle von durchgeführten Therapien als nicht-invasives Verfahren angewendet, wenn gegen die Durchführung einer invasiven Coronar-Angiographie Bedenken bestehen.
Besondere Untersuchungsverfahren eröffnet das 16-Zeilen CT aber auch im Zusammenhang der Wirbelsäulen-Diagnostik. Die multiplanaren und dreidimensionalen Darstellungen feinster knöcherner Strukturen ist nach Schichtdicke und Beurteilung der Knochenrinde (Cortikalis) der Darstellung in der Kernspintomographie überlegen.
Auch die Darstellung diverser anderer Fragestellungen z.B. im Bereich von Gelenken, die Darstellung von Lungenembolien, von Gefäß-Stenosen und-Aneurysmen, sowie die gesamte onkologische Diagnostik des Körperstammes sind mit hoher Geschwindigkeit und damit hohem Patientenkomfort möglich und eröffnen Einblicke, die Fachleute und Leien gleichermaßen beeindrucken.
Die Kernspintomographie hat die diagnostische Radiologie revolutioniert, und das in dreierlei Hinsicht, fast möchte man sagen: in drei Ebenen des Raumes.
Zum einen ist diese Diagnostik frei von ionisierenden Strahlen. Die Bildgebung basiert auf der Messung von Resonanzphänomenen, die der menschliche Körper in einem Magnetfeld unter Einwirkung von Radiowellen ausbildet. Weder das bei unserer Diagnostik verwendete Magnetfeld, noch die Radiowellen sind mit einem biologischen Risiko behaftet. Obwohl auch bei Schwangeren und in der pränatalen Diagnostik die Kernspintomographie eingesetzt werden kann, ist hier die Indikation streng zu stellen, um auch bisher nicht bekannten, aber theoretisch nicht auszuschließenden Risiken vorzubeugen.
Zweitens ist die Kernspintomographie zu einer so feinen und kontrastreichen Darstellung von Strukturen insbesondere des Gehirns und des Rückenmarkes in der Lage, wie sie eigentlich seit jeher nur in den Abbildungen anatomischer Präparate in den Lehratlanten der Anatomie sichtbar waren. Auch in der Wirbelsäulen- und Gelenkdiagnostik sind die Darstellungen hervorragend.
Drittens erlaubt die Kernspintomographie eine beliebige Ausrichtung der Schichtebenen im Raum, sodaß multiplanare und dreidimensionale Darstellungen möglich werden, die einen besonderen Stellenwert bei der Darstellung von Hohlsystemen wie z.B. der Schlagadern oder der Gallenwege haben. Viele diagnostische Prozeduren mit invasivem Charakter können mittlerweile durch diese nicht-invasiven Kernspintomographien abgelöst werden, während die invasiven Methoden inzwischen den Fällen vorbehalten bleiben können, bei denen tatsächlich ein Eingriff durchzuführen ist.
Wir führen an unserem Kernspintomographen der Firma SIEMENS (Magnetom Harmony 1.0 T Maestro Class) ein außerordentlich breites Spektrum an Untersuchungen durch mit orthopädisch- unfallchirurgischen Fragestellungen auch im Rahmen von Berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren, onkologischen, neuroradiologischen und pädiatrischen Untersuchungen bishin zu besonderen Fragestellungen bei Neugeborenen und Säuglingen, Spezialuntersuchungen, wie die MR-Mammographien, die im Rahmen des Brustzentrums bei gesichertem Mamma-Ca präoperativ durchgeführt werden, Kontrastmittel-unterstützten Gefäßstudien aller Körperregionen und gastroenterologischen Untersuchungen, wie die Leberdarstellungen mit speziellen Kontrastmitteln, MRCP’s, MR-Defäkographien und MR-Sellink-Untersuchungen zur Darstellung des Dünndarmes.
Bedenkt man, daß der größte Teil dieser Untersuchungen der Forschungsentwicklung und Rechnertechnologie der vergangenen 10 bis maximal 20 Jahre zu verdanken sind, erscheint die eingangs getroffene Feststellung einer Revolution in der diagnostischen Radiologie keinesfalls übertrieben. Wir sind sehr dankbar, seit 2002 am KlinikumStadtSoest einen Kernspintomographen betreiben zu können mit erheblichem diagnostischen Nutzen für alle Abteilungen des Hauses sowie auch für diverse externe Zuweiser, die seit Jahren mit speziellen Fragestellungen gerne in unsere Abteilung kommen.
Die Nuklearmedizinische Abteilung ist mit einer Gamma-Kamera der Firma Siemens (E-CAM Einkopf-System 2005) ausgestattet. Die szintigraphischen Untersuchungen dienen der Erkennung von pathologisch gesteigerten Stoffwechselvorgängen in den Knochen, wie sie bei Entzündungen, Frakturen und Metastasen gesehen werden, sowie weiteren Spezialuntersuchungen, wie Schilddrüsen-, Herz-, Nieren-, Lungen- und Sentinel-Node-Lymph-Szintigraphien, die bei Patientinnen mit Brustkrebs zur schonenden Lymphknotenresektion eingesetzt werden. Die Kamera verfügt über ein SPECT-System mit EKG Triggerung und einer aufwendigen Software (4DMSpect), die eine dreidimensionale Darstellung der Herzbewegungen und Berechnung von Auswurfvolumina erlaubt. Lungenszintigraphien werden im Akutstadium nach Möglichkeiten am 16-Zeilen-CT untersucht. Bei unklarer pulmonaler Hypertonie ist die Sensititvität peripherer Lungenembolien jedoch in der kombinierten Ventilations- Perfusionsszintigraphie mit SPECT Studie der Perfusion der Sensitivität im CT überlegen, weshalb diese Methode als Ergänzung zum CT für einige Fragestellungen erhalten bleibt.
Für sonographische Untersuchungen steht der Röntgenabteilung seit 2004 ein Duplex-fähiges Gerät (SIEMENS, Sonoline G 50) zur Verfügung, das mit drei Schallköpfen bis 10.0 MHZ ausgestattet ist. Regelmäßiger Einsatz ist die Mamma- und die Schilddrüsendiagnostik, aber auch bei abdominellen Befunden, Pleuraergüssen, Weichteil- und Gelenkbefunden kommt die Sonographie gelegentlich zum Einsatz. Insgesamt ist die Sonographie als eine nicht an die Röntgenabteilung gebundene Methode im ganzen Hause mit hohem Spezialisierungsgrad weit verbreitet und wird insbesondere in der Kardiologie, Angiologie, Visceralchirurgie und Traumatologie, Gynäkologie und Pädiatrie mit ausgezeichneten Geräten und fachlicher Expertise vorgehalten.
Chefarzt
Oberärztin, Stellvertretende Leitung
Oberärzte
Assistenz-Arzt
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