Per Definition ist die Plastische Chirurgie (grich. plattein - bilden, formen, gestalten) eine Chirurgie, die aus funktionellen oder ästhetischen/kosmetischen Gründen formverändernde oder wiederherstellende Eingriffe an Organen oder Gewebeteilen vornimmt. Das Ziel der Plastischen Chirurgie ist es, die Körperfom und sichtbar gestörte Körperfunktionen wiederherzustellen oder zu verbessern.
Ihre Anfänge findet die Plastische Chirurgie bereits weit vor Christi Geburt. Damals machten um 1350 v. Chr. „Plastische Chirurgen“ in Indien durch sensationelle Rekonstruktionen der menschlichen Körperoberfläche von sich reden. Es waren dann ägyptische Chirurgen, die eine wiederherstellende Gesichts-Chirurgie entwickelten. So fanden sich bei Mumien, die aus dieser Zeit datieren, operativ wiederangebrachte Ohren. In der Ayurveda (Indien zwischen 1200-700 v. Chr.), einem Lehrbuch über schwere chirurgische Operationen, taucht erstmals der Begriff der Nasenoperation – im Sinne einer Nasenplastik - auf. Zu jener Zeit war die Nasenamputation die gesetzliche Strafe für Diebe und Ehebrecher/innen. Diese Menschen waren stigmatisiert, so dass eine Rehabilitation die Wiederherstellung der Nase voraussetzte. Etwas später beschreibt die so genannte "Indische Methode" ein Operationsverfahren, in dem ein Stirnlappen mit einem blutversorgenden Gefäßstiel aus dem Nasen-Augenwinkel zu einer neuen Nase geformt wird.
Einen bedeutenden Meilenstein in der Plastischen Chirurgie legte Gaspare Tagliacozzi (1545-1599) in Italien mit seinen Schriften "De chirurgia curtorum per insitionem libri duo". Seine Arbeiten förderten die Differenzierung der Plastischen Chirurgie in Europa während der Renaissance.
Die hohe Kunst der Wiederherstellung des äußeren Erscheinungsbildes machte schließlich auch in anderen Ländern Schule. In dem Fachgebiet Plastische Chirurgie werden heute Eingriffe durchgeführt, welche die Körperform und sichtbaren Störungen der Körperfunktionen wiederherstellen und verbessern. Vorwiegend werden die Folgen von Krankheit, Tumorleiden, Unfällen und angeborenen Anomalien sowie Veränderungen, die durch altersbedingte Vorgänge des äußeren Erscheinungsbildes entstanden sind, behandelt. Aber auch typische Folgeerscheinungen nach z.B. extremem Gewichtsverlust können plastisch-chirurgisch optimal korrigiert werden.
Unter der Rekonstruktiven Chirurgie versteht man die Wiederherstellung der Körperoberfläche nach z.B. Tumoroperationen oder Unfällen, aber auch die Schaffung der „normalen" Form und Funktion bei angeborenen oder erworbenen Fehlbildungen. Da solche „Defekte“ in Form, Größe und Komplexität häufig von Fall zu Fall sehr variieren, ist aufgrund dieser Vielfältigkeit ein großes Repertoire Plastisch-Chirurgischer Techniken notwendig. Weltweit findet die sogenannte „Mikrochirurgie“ Einzug in die Plastische Chirurgie. Unter Verwendung feinster Instrumentarien und technisch hochentwickelter Operationsmikroskope ist es mittlerweile möglich, mm-kleine Strukturen wie Nerven und Gefäße zu verbinden. Diese sogenannte mikrochirurgische Technik erlaubt es uns heutzutage große durchblutete Haut-/Gewebeareale oder Gewebekombinationen unter Einschluss von Muskeln, Sehnen, Nerven und Knochen zu verpflanzen und hat die Möglichkeiten zur Wiederherstellung und Rekonstruktion entscheident erweitert. Es können komplexe Ausfälle ersetzt werden, große offene Defekte nach Unfällen, krankhafte Wundheilungsstörungen oder auch nach radikaler Entfernung von Tumoren, überbrückt werden. In der Tumorchirurgie wird durch die Plastisch-Chirurgische Techniken eine größere Radikalität ermöglicht und verbessert somit die langfristige Chance zu einer Abheilung der Erkrankung. In unserer Klinik am Klinikum Stadt Soest bieten wir ab sofort auch die modernsten Verfahren der Mikrochirurgie zur Rekonstruktion an.
Die Handchirurgie befasst sich mit sämtlichen Erkrankungen der Hand, angeborenen oder erworbenen Fehlbildungen und insbesondere mit der Traumaversorgung. Die Replantation abgetrennter Finger oder ganzer Gliedmaßenteile sind bekannte Beispiele. Durch die Verpflanzung von Muskeln, Nerven oder Gliedmaßen aus anderen Körperarealen können gelähmte oder verstümmelte Extremitäten funktionell wieder verfügbar gemacht werden. Hierbei helfen die differenzierten Techniken der Plastischen Chirurgie wie der Einsatz mikrochirurgischer Techniken, um auch in diesem Gebiet die Erreichung optimaler Endergebnisse zu gewährleisten. Aber auch die „Volkskrankheiten“ wie z.B. das Karpaltunnel-Syndrom, der „schnappende Finger“ oder die „Dupytren´sche Kontraktur“ fallen selbstverständlich in unser Spektrum.
Ästhetische oder oftmals „kosmetische“ genannte Eingriffe sind solche, die nicht der Beseitigung einer Erkrankung, sondern der Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes dienen. Die wesentliche medizinische Aufgabe des Plastischen Chirurgen liegt in der Beratung des Patienten und der gemeinsamen Bewertung, ob eine Operation der gewünschten Art grundsätzlich durchführbar ist und wie hoch die individuelle Erfolgswahrscheinlichkeit ist. Das untrennbare Zusammenspiel zwischen der ästhetischen Form und der einwandfreien Funktion ist grundlegendes Operationsziel und gilt für sämtliche Bereiche der Plastischen Chirurgie.
Nach unmittelbar stattgehabter Verbrennung geht es zunächst um die Entfernung verbrannter, abgestorbener Teile der Körperoberfläche. Primäres Ziel ist die Vermeidung einer Operation durch die optimale Primärbehandlung. Ist dies nicht möglich, so wird eine Hauttransplantation notwendig, um das geschädigte Hautareal wieder zu „bedecken“ und problematische Narbenbildungen zu verhindern. Die weitere Vermeidung oder Beseitigung von ausgedehnten Narbenflächen erfordert eine konsequente Behandlungen und häufig auch Korrekturoperationen. Der Leidensweg vieler Verbrennungspatienten ist lang und schwerfällig - bis ein akzeptabler Endzustand bezüglich der Form und Funktion erreicht ist, vergehen oftmals jahrelange Behandlung.
Bei höhergradigen Verbrennungen können wir die notfallmäßige Erstversorgung anbieten, um die Patienten dann in ein geeignetes Verbrennungszentrum zu verlegen.
Die Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Klinikum Stadt Soest orientiert sich an den Standards der Deutschen Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie .
Unter der Leitung des Klinikchefs: Dr.med. M. Meyer-Marcotty (Facharzt für Plastische & Ästhetische Chirurgie – Handchirurgie) (zum Lebenslauf– bitte HIER klicken) wird das gesamte Leistungsspektrum der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie sowie der Handchirurgie abgedeckt.
Unsere Operationen werden nach den modernsten technischen Verfahren (minimal invasiv, endoskopisch, mikrochirurgischer und narbensparender Techniken) durchgeführt. Je nach Bedarf ist eine ambulante oder stationäre Behandlung möglich. Eine besondere Spezialisierung der Klinik stellen plastisch rekonstruktive Operationen und hier besonders die Wiederherstellung sämtlicher Körperregionen mit dem sogenannten „mikrochirurgischen freien Gewebetransfer“ dar. So führen wir beispielsweise nach stattgehabter Entfernung der weiblichen Brust (z.B. aufgrund eines bösartigen Brusttumors), die Brustrekonstruktion mit den sogenannten Perforatorlappen der Bauchhaut (DIEP-Lappen) durch. Selbstverständlich bieten wir auch Brustrekonstruktionen mittels sogenannter Gewebeexpander bzw. Brustimplantaten an.
Unsere Klinik ist Teil des zertifizierten Brustzentrums Senora und in diesem Rahmen können wir in einem kompetenten interdisziplinären Netzwerk gemeinsam mit der Klinik für Gynäkologie & Geburtshilfe von Chefärztin Fr. Dr. Flachsenberg die eben genannten Brustrekonstruktionen auf technisch höchstem Niveau anbieten. In zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen (zu den Veröffentlichungen – bitte HIER klicken) hat sich der Chefarzt Herr Dr. Meyer-Marcotty intensiv und speziell mit der Brustrekonstruktion beschäftigt.
Unsere Patienten werden mit ihren ganz persönlichen Problemen und Wünschen individuell wahrgenommen und beraten. Es ist für uns ein Selbstverständliches, dass wir in einer freundlichen, ruhigen und professionellen Atmosphäre behandeln. Eine individuelle und Patientenorientierte Beratung mit kurzfristigen prä- und postoperativen Betreuungsmöglichkeiten sind für uns Grundvoraussetzung. Ein großer Schwerpunkt der Entscheidungsfindung besteht in der eingehenden individuellen Beratung, um die persönlichen Zielvorstellungen und Wünsche genauestens zu analysieren. Erst nach der gemeinsamen Diskussion möglicher Einschränkungen und Risiken sowie der Klärung möglicher Alternativen jeweiliger Eingriffe, ist die Vereinbarung eines Operationstermines möglich.
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Handchirurgie
meyer-marcotty@klinikumstadtsoest.de
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Zertifizierte Brustzentren in Deutschland - Beteiligung der Plastischen Chirurgie

Karpaltunnelsyndrom bei Kindern mit Mukopolysaccharidose Typ 1H. Diagnostik und Therapie im Rahmen eines interdisziplinären Zentrums


Dr. med. Max V. Meyer-Marcotty, Chefarzt

Dr. med. D. Simunec, Oberarzt

Dr. med. T. Caylak, Oberarzt

Dr. med. P. Lebo, Assistenzärztin

Dr. med. S. Dahmann, Assistenzärztin

P. Zaccheddu, Chefarztsekretärin
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